Im Satzungsentwurf, der den Gremien vorlag, war beschönigend von einem Plan zur Abrundung des Ortsbildes und den damit verbundenen städtebaulich positiven Auswirkungen auf das Ortsbild Niederjosbachs die Rede und von Arrondierung. Leere Worthülsen, mit denen man zukünftig alle möglichen „kleinen" Bauvorhaben begründen kann. Davon, dass die Fläche im „Regionalen Grünzug" liegt, war weder in den Plänen, noch bei den Erörterungen die Rede. Als Mandatsträger wie auch als Bürger fragt man sich, welches Politik- und Demokratieverständnis die Verantwortlichen unserer Stadt haben, solche „Kleinigkeiten" im politischen Entscheidungsprozess mal eben unter den Tisch fallen zu lassen. Alles nicht so wichtig? Darauf lassen auch die Äußerungen des 1. Stadtrats Simon in der Eppsteiner Zeitung schließen. Der Main-Taunus-Kreis bestehe ja eh nur noch aus „Regionalem Grünzug". So qualifiziert man sich in Eppstein für angestrebte höhere Aufgaben.
Man spricht von der Notwendigkeit mit dem Bau dieser Häuser
- Baulücken zu schließen,
- die bereits vorhandenen Häuser im oberen Teil der Obergasse an
die Kanalisation anzuschließen und
- die Möglichkeit eines Wendekreises für Müllabfuhr und
Feuerwehr zu schaffen.
Was die Baulücken anbelangt: Durch eines der vorgesehenen Häuser wird erst eine erhebliche Baulücke geschaffen - vielleicht absichtlich. In einigen Jahren kann man dann erneut mit denselben Begründungen wieder „arrondieren". Es ist das in Richtung Oberjosbach auf der rechten Seite des Weges geplante Grundstück, für welches über 400 m² Wald abgeholzt werden müssen. Auf dieser Seite des Weges existiert bisher keine Bebauung. Welche Baulücke schließt man hier eigentlich? Man schafft erst eine!
Die anderen „Notwendigkeiten" könnten auch ohne Neubauten geschaffen werden, zumal zu vernehmen ist, dass die abseits der Obergasse am Wege gelegenen hinteren beiden Häuser nicht an die Kanalisation angeschlossen werden sollen? Es scheint somit wohl nicht so vordringlich und notwendig zu sein!
Die SPD ist auch in Niederjosbach durchaus nicht gegen Bauvorhaben, wenn diese allgemein verträglich sind, wie unsere Zustimmung zum „Hollergewann" und neuerdings zum Kreuzheck zeigt. Es sollte aber das Interesse der Allgemeinheit und nicht Einzelner im Vordergrund stehen, ansonsten könnte leicht der Eindruck eines gewissen „Gschmäckles" entstehen.
Jürgen Baesler
Pressesprecher
Ortsbeiratsmitglied Niederjosbach
